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Zitat von SYHT
Was bei mir "geholfen" hat, ist das Umstellen des Farbraum RGB 0-255 / RGB 16-235 in den Nvidia Systemeinstellungen.
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Das ist natürlich die Holzhammer-Methode, bei der man einfach den ganzen Computer auf den Fernseher-Farbbereich (Studio Levels) umstellt. Das kann allerdings dazu führen, dass umgekehrt nun in anderen Anwendungen die Farben nicht stimmen.
Computer-Levels und Studio-Levels
Das Helligkeitsproblem kommt dadurch zustande, dass es verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gibt, wie Helligkeitswerte in Videos zu verstehen sind. Hier ist es wohl so, dass ihr in Vegas euer Video mit Computer Levels erstellt, d. h. Helligkeit 0 = schwarz, Helligkeit 255 = weiß. Das klingt sehr sinnvoll und so ist das ja auch in den meisten PC-Anwendungen geregelt. Videos arbeiten jedoch manchmal mit Studio Levels, z. B. auf gekauften DVDs. Dort lautet die Regel 16 = schwarz und 235 = weiß. Das mag man jetzt erst mal für doof halten, weil ja von den ohnehin schon nicht so großzügig bemessenen 8 Bit fast 15% verschenkt werden, ist aber nunmal so und historisch begründet (um analoge Überschwingungen abzufangen, also ein ähnlicher Grund wie bei den schmalen, schwarzen Streifen, die links und rechts auf einem korrekten DVD-Bild mit 720 horizontalen Pixeln vorhanden sein sollten).
Helligkeitswerte unter 16 und über 235 sind in Studio Levels nicht definiert und können als "schwärzer als schwarz" oder "weißer als weiß" aufgefasst werden, was natürlich nur begrenzt sinnvoll ist. Wenn man nun z. B. mit PowerDVD eine DVD abspielt, weiß PowerDVD, dass bei der DVD Helligkeit 16 schwarz bedeutet, auf einem normalen PC aber schwarz bei 0 liegt und 16 ein ziemlich dunkles (aber eben nicht schwarzes) Grau ist. Das korrigiert es, indem es die Helligkeitswerte entsprechend umrechnet: Helligkeitswert 16 auf der DVD wird von PowerDVD als Helligkeitswert 0 auf den Bildschirm geschrieben, erscheint dort als echtes schwarz und alle sind glücklich.
Levels-Verwirrung
Was passiert jetzt, wenn man sein Video in Computer Levels (0-255) erstellt und das PowerDVD zum Abspielen gibt, das mit Studio Levels (16-235) rechnet? Durch die Umrechnung bildet es wieder die Video-Helligkeit 16 auf die Bildschirm-Helligkeit 0 ab. In diesem Fall war mit 16 aber tatsächlich dunkelgrau und mit 235 tatsächlich hellgrau gemeint. Der Effekt ist also eine Erhöhung des Kontrastes gegenüber dem bearbeiteten Video, was manchmal sogar (ungewollt) besser aussieht, aber eben dazu führt, dass alles Dunkle ins Schwarze abrutscht und alles Helle zu weiß wird. Programme, die keine solche Korrektur vornehmen, z. B. VirtualDub oder Vegas, zeigen das Video so wie es ist. Deshalb sieht beim Re-Import in Vegas wieder alles "richtig" aus, obwohl es (je nach vorgesehenem Zielsystem) eher zweimal "falsch" ist (nämlich gerendert und dargestellt).
Video mit den richtigen Levels rendern
Was tut man nun dagegen? Zunächst einmal muss man herausfinden, mit welchen Levels das Quellmaterial arbeitet und welche Levels das Zielformat erwartet. In meinem Fall arbeite ich z. B. mit Video aus einer AVCHD-Kamera, das in Studio Levels vorliegt, und das Ergebnis soll Blu-ray-Video, ebenfalls in Studio Levels, sein. Würde ich mit Computer-Levels-Material arbeiten, müsste ich Vegas den Farbraum umrechnen lassen. Das geht z. B. mit dem "Color Corrector"-Effekt und dem "Computer-RGB in Studio-RGB"-Preset. In meinem Fall (Studio zu Studio) brauche ich zwar eigentlich keine Korrektur, durch Effekte, Farbkorrekturen, Überblendungen, Texteinblendungen etc. kann mein Video aber trotzdem aus den Video-Levels herausrutschen. Hier will ich nur das Ergebnis auf diesen zulässigen Bereich beschneiden. Das geht mit dem "Broadcast Colors"-Effekt und dem "Sanft"-Preset.
Es gibt durchaus auch Zielsysteme, die Computer Levels erwarten, z. B. manche Codec-Player-Kombinationen, die für die Wiedergabe am Computer und nicht am Fernseher entwickelt wurden. Hierfür müsste ich dann mein Studio-Levels-Material mit dem "Studio-RGB in Computer-RGB"-Preset konvertieren.
Mit welchen Levels das eigene Quellmaterial arbeitet, kann man in Vegas recht leicht feststellen, indem man sich einen Clip mit möglichst dunklen oder hellen Stellen sucht und sich die Videoscopes, genauer das Histogramm, anschaut. Bleibt immer noch etwas Platz zur Nulllinie links bzw. zur 255-Linie rechts, hat man es mit Video Levels zu tun.
Die Vorschau anpassen
Das letzte Problem ist nun die Ansicht während der Bearbeitung. Weil auch mein Hauptmonitor auf Computer-Levels (0-255) eingestellt ist, erscheint mein Video-Ergebnis (16-235) im Vegas-Vorschaufenster, das keine Korrekturen vornimmt, mit verringertem Kontrast und geht nur von dunkelgrau bis hellgrau statt von schwarz bis weiß. Möglichkeit 1 ist nun, für die Dauer der Bearbeitung ans Ende der Projekteffektkette einen "Color Corrector" mit "Studio-RGB in Computer-RGB" zu hängen. Das simuliert quasi, was PowerDVD oder auch ein DVD-Player am Fernseher nachher machen und ich sehe das Bild so, wie es dort später aussieht. Hier darf man nicht vergessen, den Effekt vor dem Rendern wieder zu deaktivieren. Bequemer ist daher Möglichkeit 2, nämlich einen zweiten Monitor für die Vorschau zu verwenden. Den stellt man dann mittels eines Testbildes und der Helligkeits- und Kontrastregler so ein, dass alles unter Helligkeit 16 schwarz und alles über Helligkeit 235 weiß erscheint. (Falls man diesen Bildschirm noch für andere Sachen benutzt, sollte man sich dann natürlich darüber im Klaren sein, dass alles andere ggf. etwas seltsam aussieht.) Alternativ kann man übrigens auch die Regler am Monitor in Ruhe lassen und im Grafikkarten-Treiber nachsehen, ob für diesen Monitor eben jene "RGB 16-235"-Option anwählbar ist. Dann kümmert die Grafikkarte sich um die Umrechnung, aber auch das wirkt sich auf sämtliches auf diesem Bildschirm dargestellte Material aus.