 |

20.09.2008, 13:40
|
|
Vegas-Team
|
|
Registriert seit: 26.04.2003
Beiträge: 7.282
|
|
Vegas für Umsteiger - Artikel von Mike Jones
In dem englischsprachigen Artikel -> "Keeping the 'Old School' happy" zeigt Mike Jones auf, was Vegas schon immer fundamental und durchaus positiv von anderen NLEs unterschied und warum mit Version 8.0c diese Unterschiede erstmals bewusst etwas aufgebrochen werden.
|

20.09.2008, 23:40
|
|
Mitglied
|
|
Registriert seit: 04.05.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 133
|
|
Ja wahrlich.
Eine Frage dazu: Die Funktion des im Trimmer zugefügten Buttoms "Überschreiben auf Zeitachse aktivieren" kann ich nicht nachvollziehen. Was passiert da? Mike Jones schreibt dazu:
Zitat:
|
The engineers have also added a button to enable an Overwrite edit mode, something Vegas never bothered with. The whole concept of an Overwrite edit is a very analog, tape-to-tape, construct. Vegas is very timeline oriented and designed to be wholly flexible and non destructive. But Overwrite mode was evidently one of those much requested features from the new crowd of Vegas 'switchers' and so Sony has responded.
|
Hilft mir aber in der Erklärung der Funktion nicht wirklich weiter. Die Vegas-Hilfe übrigens auch nicht.
|

20.09.2008, 23:57
|
|
Vegas-Team
|
|
Registriert seit: 26.04.2003
Beiträge: 7.282
|
|
Es geht dabei um das Hinzufügen eines Clips aus dem Trimmer in die Timeline an die Stelle, an der sich in der Timeline schon Videomaterial befindet.
In der normalen Funktionsweise fügt Vegas den neuen Clip über den alten in einer Art Overlay ein. Löscht man den hinzugefügten Clip wieder aus der Timeline, entsteht an der Stelle kein Loch, sondern es bleibt dort das Material des Clips, der vorher den Platz füllte.
Die Overwrite-Funktion dagegen löscht in der Timeline an jener Stelle das Material des alten Clips.
Wer die Philosophie von Vegas kennt, wird das Overwrite selten vermisst haben. Denn die (für Vegas) übliche Methode hat Vorteile, wenn der neu hinzugefügte Clip den alten nicht komplett ersetzt, sondern nur unterbricht.
Eigentlich ist das Overwrite nur ein Relikt aus den Zeiten des bandbasierten, elektronischen Schnitts. Die Vegas-übliche Art kann aber in der Tat dann etwas verwirrend sein, wenn der neu eingefügte Clip den alten für immer und ewig ersetzen soll, dann aber auf einmal der alte Clip wie Phönix aus der Asche nach einem Trimmen oder Verschieben wieder auftaucht. Nur - eine solche Rechnung geht mit einer Overwrite-Funktion auch nur dann auf, wenn der neue Clip zufällig aufs Frame genau die gleiche Länge hat wie der alte Clip, denn "Overwrite" ist nicht "Replace". In der Praxis (ungleiche Länge von altem und neuem Clip) würden hier nach einem Overwrite dieser Art - gleich in welchem Schnittsystem - doch wieder ein paar Arbeitsschritte anfallen, um letztlich zum gewünschten Ziel zu kommen. Als Workflow-Fetischist muss man hier zum Schluss kommen, dass es dann schneller geht, den alten Clip erst zu löschen und dann den neuen einzusetzen, jeweils mit einem Ripple-Edit.
Wenn beim ersten Rohschnitt konsequent sequentiell aus dem Trimmer heraus geschnitten wird, kann das Overwrite bei einer Korrektur einen kleinen Vorteil im Workflow haben, aber auch hier meist nur dann, wenn der neue Clip zumindest nicht kürzer ist als der alte.
Ein echter Nachteil der traditionellen Vegas-Methode entsteht wiederum dann, wenn nach dem Einfügen eines neuen Clips auf einen alten mit Ein-/Ausblenden gearbeitet werden soll. Dann würde nämlich der alte Clip durchscheinen. Das ist aber auch der einzige Fall, bei dem mir persönlich die Vegas-übliche Methode schon mal im Wege stand.
Von daher ist es vermutlich nicht übel nun die Wahl zu haben: Entweder Overwrite oder "the Vegas way".
|

21.09.2008, 01:12
|
|
Mitglied
|
|
Registriert seit: 04.05.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 133
|
|
Aaah, danke, Marco, das hat umfassende Aufklärung gebracht!
|

21.09.2008, 06:34
|
|
Mitglied.
|
|
Registriert seit: 29.10.2004
Ort: Köln
Beiträge: 1.092
|
|
in diesem zusammenhang mal eine vermutlich ziemlich banale frage:
ich arbeite nunmehr auch seit 5 jahren mit vegas - sicherlich weit weniger intensiv, als die meisten anderen hier, aber acht doppel DVD (privat) filme sind auch dabei rausgekommen...und in diesen fünf jahren habe ich noch nie mit dem trimmer gearbeitet...alle schnitt-, positionier- und sonstigen bearbeitungsvorgänge finden bei meinem workflow in der timeline statt...kann mir mal jemand sagen, welchen vorteil es hätte, zusätzlich mit dem trimmer zu arbeiten?
|

21.09.2008, 09:19
|
|
Mitglied
|
|
Registriert seit: 04.05.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 133
|
|
Kann da nur aus eigener Sicht antworten.
Ich nutze den Trimmer hauptsächlich für zwei Dinge:
Längere Clips (Interviews) mit Markern indexieren. Dabei vermisse ich aber die Möglichkeit, über "Details bearbeiten" die Markerliste des Trimmers anzeigen zu lassen, wie es mit den Markern in der Zeitachse möglich ist. Im Schnitt ist es aber einfach schneller, die Clips im Trimmer aufzurufen als die, mehrere Vegas-Instanzen aufzurufen und zwischen verschiedenen Projekten zu wechseln.
Bei größeren Clips mache ich die grobe Vorauswahl über den Trimmer. Feinschnitt in der Zeitachse.
|

21.09.2008, 12:06
|
|
Vegas-Team
|
|
Registriert seit: 26.04.2003
Beiträge: 7.282
|
|
Zu Stanleys Frage:
Viele Leute bevorzugen es aus verschiedenen Gründen, nicht mit einer automatischen Szenentrennung zu arbeiten, sondern den Schnitt von ganzen Bändern ausgehend zu machen. Dann schneidet sich schnell und einfach vom Trimmer aus in die Timeline hinein.
Im professionellen Bereich findet eine Vorauswahl von Clips oft außerhalb des Schnittsystems vom Regisseur/Autor des Films anhand von Timecodes statt. Im Trimmer ist es für den Cutter dann sehr einfach, anhand des Timecodes diese Vorauswahl zu reproduzieren.
Dann ist da noch die Sache mit den Markierungen, wie sie von Gysenberg genutzt wird. Das kann für die Materialorganisation sogar noch ein Stück weitergehen. Denn Regionen, die über den Trimmer gesetzt und gespeichert werden, können später im Vegas Explorer wie einzelne Clips gelistet und genutzt werden.
Wer mit einer automatischen Szenentrennung vorarbeitet oder gleich schon getrennte Clips von einer Festplatten/Flashspeicher/SD-Kartenkamera erhält, wird den Trimmer tatsächlich kaum brauchen.
|

21.09.2008, 14:16
|
|
Mitglied.
|
|
Registriert seit: 29.10.2004
Ort: Köln
Beiträge: 1.092
|
|
Zitat:
Zitat von Marco
Wer mit einer automatischen Szenentrennung vorarbeitet oder gleich schon getrennte Clips von einer Festplatten/Flashspeicher/SD-Kartenkamera erhält, wird den Trimmer tatsächlich kaum brauchen.
|
genau das ist aber bei mir der fall:
die clips werden per automatischer szenenerkennung vom band der kamera auf die festplatte kopiert und dann nach vegas importiert...die grobauswahl (welche clips fallen von vornherein heraus) und den feinschnitt (welche teile der anderen clips werden tatsächlich verwendet) kann ich mit beliebiger genauigkeit in der timeline durchführen...mit markern arbeite ich eigentlich kaum, höchstens um bei einem 80 min projekt bestimmte positionen zwecks schnelleren wiederfindens zu kennzeichnen...ich wüßte auch nicht, warum ich mit mehreren vegas instanzen arbeiten sollte...aber jedem "produzenten" seinen workflow
|

21.09.2008, 15:24
|
|
Mitglied
|
|
Registriert seit: 04.05.2008
Ort: Kiel
Beiträge: 133
|
|
Zitat:
Zitat von Marco
Dann ist da noch die Sache mit den Markierungen, wie sie von Gysenberg genutzt wird. Das kann für die Materialorganisation sogar noch ein Stück weitergehen. Denn Regionen, die über den Trimmer gesetzt und gespeichert werden, können später im Vegas Explorer wie einzelne Clips gelistet und genutzt werden.
|
Regionen geben wahrscheinlich sogar die bessere Möglichkeit der Organisation, danke für den Hinweis.
|
 |
|
|
|